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WARUM Atemphysiotherapie?

Atemtherapeutische Behandlung im Liegen

Bei Physiotherapie denkt man meist in erster Linie an Rehabilitation nach Verletzungen, Behandlungen von schmerzenden Gelenken und Muskeln oder etwa ein Zurück-in-den-Alltag nach Schlaganfällen oder anderen neurologischen Erkrankungen. Doch auch die Lunge und die Atemmuskulatur können behandelt und beübt werden. Davon profitiert nicht nur die Atmung per se – sondern viele Abläufe im gesamten Bewegungsapparat und unser allgemeines Wohlbefinden.

Lungenerkrankungen1,2

Das Offensichtliche zuerst: Atemphysiotherapie wird vor allem bei Menschen mit Lungenerkrankungen eingesetzt. COPD, Asthma, Staublunge – das sind klassische Krankheitsbilder, die mit Hilfe von Techniken und Übungen aus der Atemtherapie Erleichterung finden können. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Brustkorb mit seinen Hauptstrukturen: den Rippen, der Brustwirbelsäule und dem Brustbein sowie die darunter liegende Lunge als Organ und dem Zwerchfell als Hauptatemmuskel.

Anatomisches Modell der Wirbelsäule in der Praxis

Ziel ist es, diesen Brustkorb, der wie ein Schutzpanzer für die darunterliegenden Organe (Herz, Lunge, Speise- und Luftröhre) wirkt, gut beweglich zu halten, damit das Zwerchfell bei Ein- und Ausatmung optimal arbeiten kann. Diese notwendige Beweglichkeit kann durch Spannungen im Thorax verloren gehen. Bei Lungenerkrankungen ist das durch die Erkrankung selbst und die daraus resultierenden Atemveränderungen häufig der Fall. Atemphysiotherapie hilft dabei, mit passiven Behandlungen und aktiven Eigenübungen diese Beweglichkeit wiederherzustellen und zu erhalten. Ein Brustkorb, der sich gut entfalten kann, bietet bestmögliche Voraussetzungen für eine gute Atemfunktion.1

Als Atemtherapeutin zeig ich dir außerdem den richtigen Umgang mit Atemtherapiegeräten gegen die Lungenüberblähung – ein häufiges Erscheinungsbild von obstruktiven Lungenerkrankungen. Ich unterstütze dich bei der Handhabung deiner Inhalationsgeräte und gebe dir Strategien mit auf den Weg, die du beim nächsten Stiegen steigen anwenden kannst, wenn die Atmung unter Belastung schwerer wird. Nicht zuletzt erarbeiten wir gemeinsam ein Übungsprogramm, um deine Muskeln zu stärken, damit du im Alltag lange fit bleibst.

Für SportlerInnen, SängerInnen und eigentlich jeden Menschen3,4

Als weiteren Faktor braucht es für eine gut funktionierende Atmung neben ausreichender Brustkorbmobilität auch noch ein kräftiges und zugleich flexibles Zwerchfell. Hier wird es nicht nur für Lungenerkrankte PatientInnen, sondern auch für Sportler, Sänger und im Grunde jeden Menschen interessant: Wie kräftig man einatmen kann und wie ausdauernd die Atmung ist, hängt mit unserem Hauptatemmuskel zusammen.

Wie jeder andere Muskel kann auch das Zwerchfell eine Muskelschwäche aufzeigen oder etwa bei Überbeanspruchung verspannen. Beides kann mit atemphysiotherapeutischen Techniken behandelt werden – etwa durch eine detonisierende Zwerchfellbehandlung oder ein kräftigendes Atemmuskeltraining mit Atemtherapiegeräten.

Palpation des Zwerchfells bei einer Behandlung

Für dein Wohlbefinden5,6

Ein weiterer Grund für Atemtherapie könnte aber ganz einfach auch dein Wohlbefinden sein. Das Zwerchfell und damit unsere Atmung stehen in engem Zusammenhang mit dem vegetativen Nervensystem – allen voran dem Nervus Vagus. Behandlungen des Zwerchfells und spezifische Atemübungen helfen dabei, über eine Regulation des vegetativen Nervensystems Stresssymptome zu reduzieren und – als Form des Achtsamkeitstrainings – mehr im Hier und Jetzt anzukommen.

Atemphysiotherapie kann dich also bei Unruhe, Einschlafproblemen, Ängsten und Anspannung begleiten. Neben einer Behandlung des Vagusnervs und seinen Durchtrittsstellen im Körper lernst du auch Eigenübungen und Atemstrategien, die du regelmäßig, aber auch „im Notfall“ selbst anwenden kannst.

Du fühlst dich angesprochen?

Dann freu ich mich, dich in meiner Praxis willkommen zu heißen und ein Stück weit zu mehr körperlichem und mentalem Wohlbefinden zu begleiten – bis bald!

Bitte bring für deinen ersten Termin eine Therapie-Verordnung von deinem Hausarzt mit. Ersichtlich sein sollten z. B. „Physiotherapie 10 Einheiten à 45 min“.

Beratungsgespräch in der Praxis

Quellen

  1. Yamaguti et al. (2012) – Diaphragmatic breathing training program improves abdominal motion during natural breathing in patients with COPD: a randomized controlled trial. Arch Phys Med Rehabil.
  2. Fadaei Fooladi & Nikbakht (2025) – Effect of selective manual therapy techniques in COPD: A randomized control trial.
  3. Ren et al. (2025) – Effects of Inspiratory Muscle Training on Respiratory Muscle Strength, Lactate Accumulation and Exercise Tolerance in Amateur Runners: A Randomized Controlled Trial.
  4. Yilmaz et al. (2025) – Maximizing phonation: impact of inspiratory muscle strengthening on vocal durations and pitch range. BMC Pulm Med.
  5. Herhaus, Conrad & Petrowski (2023) – Effect of a slow-paced breathing with heart rate variability biofeedback intervention on pro-inflammatory cytokines in individuals with panic disorder – A randomized controlled trial.
  6. Giorgi F, Tedeschi R. (2025) – Breathe better, live better: the science of slow breathing and heart rate variability. Übersichtsarbeit zu Effekten von langsamer Atmung/HRV-Biofeedback auf autonome Regulation und Vagustonus.

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